Wann sind die besten Zeiten für Telefonakquise im B2B? Einige Studien wie Cognism (2025) und CallHippo nennen 10–11 Uhr, 14–15 Uhr und 16–17 Uhr sowie Mittwoch und Donnerstag als Top-Zeitfenster, um Entscheider zu erreichen. Unsere Analyse von 28.000 Leistungsstunden des Phocus Direct Telemarketing-Teams erweitert dieses Bild: Wir haben gemessen, wie viel Zeit wir durchschnittlich investieren müssen, um einen qualifizierten Lead zu generieren.
Das Ergebnis: Montag ist dabei mit 3,82 Stunden pro Lead der effizienteste Tag. Die Erkenntnis: Es gibt keine universell „besten" Zeiten für B2B Cold Calling. Es sind immer Ihre eigenen Daten entscheidend. Und natürlich ist unsere Auswertung nicht repräsentativ für alle Branchen und Zielgruppen.
Dieser Artikel zeigt anhand von aktuellen Studien und Praxisdaten, wann Sie welche Entscheider tatsächlich am besten erreichen – und welche verbreiteten Mythen Sie getrost ignorieren können.
Welches sind die optimalen Anrufzeiten in der B2B-Akquise?
10–11:30 Uhr: Der produktive Vormittag
Der späte Vormittag ist eines der erfolgreichsten Zeitfenster. Trellus.ai nennt im Blogartikel „Best Time to Cold Call for B2B” (2024) 10:00–11:30 Uhr als produktivste Phase – genau das Zeitfenster, das dem klassischen späten Vormittag entspricht.
Der Cognism State of Cold Calling Report 2025, der Tausende B2B-Cold-Calls in Zusammenarbeit mit WHAM (We Have A Meeting) analysiert hat, geht weiter und nennt 11:00–14:00 Uhr als Spitzenzeit. Für diese Auswertung hat Cognism Erfolgsrate, Gesprächsdauer und Anzahl der Kontaktversuche gemessen.
Warum funktioniert diese Zeit? Entscheider haben ihre E-Mails gesichtet, dringende Aufgaben erledigt und befinden sich im produktiven Arbeitsmodus. Die morgendliche Hektik ist vorbei, die Konzentration noch hoch.
Praxistipp: In technischen Branchen wie Maschinenbau erreichen Sie in diesem Zeitfenster häufig Geschäftsführer und Betriebsleiter, bevor sie in die Produktion oder zu Kundenterminen gehen.
12–13 Uhr: Die unterschätzte Mittagspause
Die Mittagszeit wird oft gemieden – zu Unrecht. CallHippo identifiziert 12:00–13:00 Uhr als zweitbeste Anrufzeit (Quelle: 50+ Cold Calling Statistics for 2025, FreJun).
Was macht dieses Zeitfenster besonders? Entscheider, die am Schreibtisch essen oder zwischen Terminen eine kurze Pause einlegen, sind oft entspannter und nehmen sich Zeit für unerwartete Gespräche. Die Tür zur Assistenz steht möglicherweise offen, weil diese ebenfalls in der Pause ist – eine Chance für direkte Durchstellung.
Wichtig: Dieses Zeitfenster variiert stark nach Branche. In produzierenden Betrieben mit Schichtbetrieb gelten andere Rhythmen als in Dienstleistungsunternehmen. Testen Sie, ob die Mittagszeit in Ihrer Zielgruppe funktioniert.
14–15 Uhr: Der frühe Nachmittag
Der frühe Nachmittag direkt nach der Mittagspause wird oft unterschätzt, zeigt aber überraschend gute Ergebnisse. Der Cognism State of Cold Calling Report 2025 nennt das erweiterte Zeitfenster 11:00–14:00 Uhr als Spitzenzeit, was auch den frühen Nachmittag einschließt.
Was macht dieses Zeitfenster besonders? Viele Entscheider kehren aus Mittagsterminen zurück und checken kurz ihre Nachrichten, bevor der Nachmittag mit Meetings durchgetaktet ist. Die Assistenz ist möglicherweise noch in der Pause – ein Vorteil für direkte Durchstellung.
16–17 Uhr: Der produktive Spätnachmittag
CallHippo identifiziert 16:00–17:00 Uhr sogar als beste Anrufzeit überhaupt – mit bis zu 71% mehr Gesprächen als am Vormittag. (Quelle: FreJun, 2025)
Warum sind Entscheider jetzt erreichbar? Am späten Nachmittag haben viele Führungskräfte ihre Meetings hinter sich und nutzen die Zeit für administrative Aufgaben. Die Tagesordnung ist weitgehend abgearbeitet, der Druck lässt nach – ideale Voraussetzungen für ein entspanntes Erstgespräch.
Unsere Beobachtung: Besonders Geschäftsführer kleinerer Unternehmen sind in dieser Phase gut erreichbar und nehmen sich Zeit für strategische Gespräche.
Welches sind die besten Tage für Kaltakquise?
CloudTalk kürt den Mittwoch zum erfolgreichsten Akquise-Tag, Trellus.ai nennt Dienstag, Mittwoch und Donnerstag als Top-Tage. Der Grund: In der Wochenmitte haben Entscheider ihren Arbeitsrhythmus gefunden, die Woche ist strukturiert, aber noch nicht von Abschlussarbeiten dominiert.
Montag: Die überraschende Wahrheit
Die vorgenannten Studien messen primär die Erreichbarkeit. Das Telemarketing-Team von Phocus Direct hat intern 28.000 Leistungsstunden aus Sales Development und Telesales nach einem anderen Kriterium analysiert: Wie viel Zeit investieren wir durchschnittlich, um einen qualifizierten Lead zu generieren? Und hier zeigt sich ein anderes Bild: Montag ist mit durchschnittlich nur 3,82 Stunden pro Sales Qualified Lead der effizienteste Tag – d. h. wir brauchten weniger Zeit, um einen qualifizierten Lead zu gewinnen als an jedem anderen Wochentag.
Wie kann das sein? Während die reine Erreichbarkeit montags möglicherweise niedriger ist, sind die Gespräche, die zustande kommen, qualitativ hochwertiger. Entscheider planen montags ihre Woche, sichten E-Mails und sind offen für strategische Themen. Während andere Vertriebsteams den Montag meiden, haben Sie weniger Konkurrenz um die Aufmerksamkeit.
Was bedeutet das für Sie? Unsere Daten sind nicht repräsentativ – sie spiegeln die spezifische Zusammensetzung unserer Kundenprojekte wider. Aber genau darin liegt die wichtigste Erkenntnis: Die Wahrheit liegt in Ihren eigenen Daten. Was bei uns montags funktioniert, kann bei Ihnen mittwochs der Fall sein. Schreiben Sie keinen Wochentag pauschal ab, nur weil Studien ihn nicht empfehlen. Testen Sie systematisch, welcher Tag in Ihrer Zielgruppe die besten Ergebnisse liefert.

Was sind die besten Anrufzeiten nach Branche?
Die optimale Anrufzeit unterscheidet sich deutlich nach Branche. Basierend auf branchenüblichen Arbeitszeiten und Praxisbeobachtungen lassen sich folgende Muster ableiten – auch wenn sie nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen gelten:
Schnellübersicht:
|
Branche |
Beste Zeitfenster |
Warum funktioniert das? |
Zielgruppe (Beispiele) |
|
Produzierende Industrie & Maschinenbau |
7:30–9:00 Uhr |
Geschäftsführer und andere Entscheider erledigen früh administrative Aufgaben; nachmittags Rückkehr aus Produktion |
GF, Betriebs-/Produktionsleiter, Leiter Instandhaltung/Wartung/Konstruktion/Entwicklung |
|
IT & SaaS |
10:00–11:00 Uhr |
Flexible Arbeitszeiten; später Start, längere Erreichbarkeit am Nachmittag |
CTO, Produktmanager, IT-Leiter, Security-/Infrastruktur-Verantwortliche, SAP-Verantwortliche |
|
Handel & Logistik |
8:00–9:30 Uhr |
Früher Start; operative Hektik 10–12 Uhr; ruhige Phase am frühen Nachmittag |
GF, Einkaufsleiter, E-Commerce-Verantwortliche |
|
Gesundheitswesen & Medizintechnik |
13:00–14:00 Uhr |
Vormittags Sprechstunden/OPs; Mittagszeit und später Nachmittag für Administration |
Ärzte, Klinikleiter |
Details zu den Branchen:
Produzierende Industrie & Maschinenbau: Frühe Zeitfenster wie 7:30–9:00 Uhr und späte wie 16:00–17:30 Uhr sind oft erfolgversprechend. Geschäftsführer und Betriebsleiter starten früh, um vor dem operativen Geschäft administrative Aufgaben zu erledigen. Vormittags sind sie in der Produktion, am späten Nachmittag kehren sie ins Büro zurück – ein guter Moment für Gespräche.
IT & SaaS-Unternehmen: Hier gelten flexiblere Zeitfenster: 10:00–11:00 Uhr vormittags und 14:00–18:00 Uhr nachmittags. Tech-Unternehmen arbeiten oft mit Remote-Modellen und flexiblen Arbeitszeiten. Viele Entscheider starten später (sehr frühe Anrufe vor 9:00 Uhr laufen ins Leere), arbeiten dafür länger – auch Anrufe nach 17:00 Uhr können hier erfolgreich sein.
Handel & Logistik: Zeitfenster wie 8:00–9:30 Uhr und 14:00–15:00 Uhr zeigen sich als günstig. Diese Branchen starten früh – zwischen 8:00 und 9:30 Uhr haben Geschäftsführer die ersten operativen Aufgaben erledigt. Die Zeit zwischen 10:00 und 12:00 Uhr ist oft hektisch, während 14:00–15:00 Uhr eine ruhigere Phase bietet.
Gesundheitswesen & Medizintechnik: Hier sind 13:00–14:00 Uhr und 16:30–17:30 Uhr erfolgversprechender. Vormittags sind Ärzte und Klinikleiter in Sprechstunden oder OPs. Die Mittagszeit und der späte Nachmittag sind für administrative Aufgaben reserviert – der richtige Moment für Investitionsgespräche.
Unser Tipp: Nutzen Sie diese Orientierungswerte als Ausgangspunkt, aber testen Sie systematisch, welche Zeiten in Ihrer spezifischen Zielgruppe am besten funktionieren.
Freitag und Ferienzeit: Wann sich Telefonakquise trotzdem lohnt
Über manche Zeiträume gibt es hartnäckige Vorurteile: „Da braucht man es gar nicht erst zu probieren." Doch das muss nicht stimmen. Gerade diese unterschätzten Phasen bieten Chancen, die andere Vertriebsteams vielleicht liegen lassen:
Freitagnachmittag: Ja, die Erreichbarkeit sinkt. Aber die Entscheider, die Sie erreichen, haben oft mehr Zeit und sind entspannter. Ideal für Nachfass-Anrufe, Beziehungspflege und erste Sondierungsgespräche – weniger für Kaltakquise bei C-Level.
Ferienzeiten: Nicht alle sind gleichzeitig weg. Die Vorteile: weniger Wettbewerb, mehr Zeit bei den Entscheidern, die im Büro sind, und ruhigere Kalender. Nutzen Sie Juli/August für Pipeline-Aufbau und Qualifizierung.
Dezember – die unterschätzte Chance: „Ab Ende November macht es keinen Sinn mehr, alle sind im Weihnachtsstress." Diese Aussage können wir aus unserer Praxis nicht bestätigen. Anfang Dezember werden oft noch maßgebliche Aufträge eingefädelt. Warum? Viele Unternehmen müssen im Dezember Budget ausschöpfen, sonst drohen Kürzungen im Folgejahr. Zudem können Sie Termine für Januar anbahnen – wenn andere pausieren, bauen Sie Ihre Pipeline für das neue Jahr auf.
Ausnahme: Zwischen den Jahren (ab Mitte Dezember bis Anfang Januar) ist die Erreichbarkeit tatsächlich sehr niedrig – hier empfehlen wir eine Akquise-Pause für Planung und Vorbereitung.
B2B‑Telefonakquise: Umsatzpotenzial und Outsourcing‑Kosten berechnen
Der ROI-Rechner zeigt Ihnen in 2 Minuten, wie viel Umsatz Sie mit einer Kaltakquise-Kampagne erzielen können + was Sie das Outsourcing kosten würde. 8 Kennzahlen eingeben – Auswertung erhalten.
Fazit: Testen schlägt Studien – Ihre Daten zählen
Die Studienlage zeigt klare Trends: Mittwoch und Donnerstag zwischen 10:00–11:30 Uhr sowie 16:00–17:00 Uhr sind statistisch erfolgversprechend. Doch unsere Praxisdaten beweisen: Montag kann Ihr erfolgreichster Tag sein, Freitagnachmittag bietet Chancen für entspannte Gespräche, und selbst Ferienzeiten haben ihre Vorteile.
Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt keine universell „besten" Zeiten. Nutzen Sie Studien als Orientierung, aber verlassen Sie sich auf Ihre eigenen Daten.
So finden Sie Ihre optimalen Zeitfenster:
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Tracken Sie systematisch: Datum, Uhrzeit, Erreichbarkeit, Gesprächsdauer, Qualität, Branche
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Analysieren Sie monatlich: Welche Wochentage und Uhrzeiten zeigen die höchsten Kontakt- und Terminquoten?
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Testen Sie gezielt: Führen Sie kontrollierte Experimente durch (z.B. eine Woche nur 8:00–9:00 Uhr)
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Passen Sie kontinuierlich an: Justieren Sie nach Bedarf (z. B. wenn die Erreichbarkeit sinkt)
Statt auf den „perfekten Moment" zu warten, starten Sie den Akquisemotor – und lassen Sie Ihre Daten sprechen.
