Vergütungsmodelle im B2B-Vertriebsoutsourcing: Pro Termin oder nach Zeit? 

Das Wichtigste in Kürze

  • Üblich sind 3 Modelle: pro Adresse, pro Lead/Termin und nach Zeit (mit optionaler Erfolgskomponente).
  • Das Modell legt fest, wie viel Zeit ein Kontakt kosten darf – und bestimmt damit die Qualität Ihrer Termine.
  • Für erklärungsbedürftige Investitionsgüter eignet sich die Abrechnung nach Zeit, später optional mit Bonus. 

    Welche Vergütungsmodelle gibt es im Vertriebsoutsourcing (Outbound)?

    Im Outbound-Vertrieb erklärungsbedürftiger Investitionsgüter sind drei(einhalb) Modelle üblich:

    • Pro Adresse oder Kontakt: Sie zahlen für jeden bearbeiteten Datensatz, meist mit einem Limit an Anwählversuchen.
    • Pro Lead oder Termin (Cost per Lead, CPL): Sie zahlen nur für Ergebnisse, also für gelieferte Leads oder gesetzte Termine.
    • Nach Zeit: Sie zahlen pro Leistungsstunde.
    • Nach Zeit mit Bonus: Sie zahlen einen reduzierten Stundensatz und zusätzlich einen Bonus pro stattgefundenem qualifiziertem Termin.

    Das Vergütungsmodell ist damit mehr als eine kaufmännische Formsache. Es beantwortet drei Fragen, bevor der erste Anruf läuft:

    • Wie oft darf ein Kontakt angerufen werden, bevor es sich nicht mehr rechnet?
    • Bleibt Zeit, sich auf ein Gespräch vorzubereiten und einen passenden Aufhänger zu recherchieren?
    • Lohnt es sich, im Buying Center mehrere Rollen anzusprechen – also alle Personen, die an der Kaufentscheidung beteiligt sind, von der Fachabteilung bis zum Einkauf?

    Aus diesen Antworten ergibt sich, welche Termine später in Ihrem Kalender landen. Das Modell steuert also nicht nur Ihre Kosten, sondern die Qualität der Leads.

    Welches Modell passt zu welchem Projekt?

    Die Tabelle gibt einen Überblick, welches Vergütungsmodell in welchem Szenario geeignet ist:

    Vergütungsmodell Passt, wenn ...
    Pro Adresse oder Kontakt die Zielgruppe gut erreichbar ist, ein Ansprechpartner genügt und ein kurzer Gesprächsleitfaden ausreicht.
    Pro Lead oder Termin das Angebot in zwei Sätzen erklärt ist, eine Person entscheidet und Sie das Lead-Kriterium objektiv prüfen können.
    Nach Zeit das Produkt erklärungsbedürftig ist, mehrere Rollen im Buying Center mitentscheiden und der Verkaufszyklus Monate dauert.
    Nach Zeit mit Bonus die Zusammenarbeit läuft und belastbare Quoten aus dem ersten Projekt vorliegen.

    Hinweis: Umsatzprovisionen als Vergütungsmodell klammern wir in diesem Artikel aus, da sie nur unter ganz speziellen Voraussetzungen sinnvoll sind: bei günstigen, schnelldrehenden Produkten oder wenn der Dienstleister den gesamten Verkaufsprozess unter seiner Kontrolle hat (dann bewegen wir uns eher im Bereich einer Handelsvertretung).

    Pro Adresse: Nach dem dritten Versuch ist der Kontakt abgehakt

    Wer pro Adresse oder pro Kontakt abrechnet, vereinbart immer auch ein Limit an Anwählversuchen. Üblich sind drei bis vier. Danach wandert der Datensatz auf den Stapel „nicht erreicht“.

    Rechnen Sie das gegen die Realität: Um eine Geschäftsführerin in einem Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitenden ans Telefon zu bekommen, brauchen wir im Schnitt 2,5 Stunden Telefonzeit. Auf Bereichsleitungsebene im Mittelstand sind es rund 24 Minuten. Wie viele Anwählversuche Ihre Zielgruppe realistisch braucht, zeigen unsere Erreichbarkeitswerte nach Unternehmensgröße und Hierarchieebene aus laufenden Kundenprojekten.

    Vier Anwählversuche reichen dafür nicht aus. Wie oft wir jemanden kontaktieren, richtet sich deshalb nach dem Potenzial des Zielkunden – nicht nach dem Abrechnungsmodell. Auf höheren Hierarchieebenen sind acht, zehn oder mehr Versuche normal.

    Im getakteten Mengenmodell fehlt außerdem der Raum für alles, was über den einzelnen Anruf hinausgeht: Recherche vor dem Gespräch, die Ansprache mehrerer Rollen im Buying Center, die Reaktion auf digitale Signale.

    Pro Lead (CPL): Wer Masse belohnt, bekommt Masse

    Reine Erfolgsvergütung klingt risikofrei: kein Termin, keine Rechnung. Tatsächlich tauschen Sie nur ein Risiko gegen ein anderes. Sie zahlen nicht mehr für ausbleibende Ergebnisse, dafür für Termine, die Ihnen nichts bringen. Wer pro Lead bezahlt wird, braucht viele Leads – und wer pro stattgefundenem Termin bezahlt wird, kalkuliert zusätzlich die No-Show-Quote ein und gleicht sie über noch mehr Menge aus.

    Dieser Erfolgsdruck landet bei den Mitarbeitenden, die häufig ebenfalls erfolgsabhängig vergütet werden, und von dort im Telefonat. Er wirkt auf zwei Arten. Die einen werden hartnäckig: nachfassen, überreden, Einwände übergehen. Die anderen werden unkritisch und nehmen auch den Kontakt mit, der die Qualifizierungskriterien eigentlich nicht erfüllt. Beides erzeugt Termine, die Ihr Vertrieb nicht brauchen kann.

    Damit steht mehr auf dem Spiel als ein verlorener Nachmittag im Vertrieb. Der Anbieter ruft unter Ihrem Namen an. Für die angerufene Person sitzt am anderen Ende nicht ein Dienstleister, sondern Ihr Unternehmen. Die Entscheiderin, die sich heute bedrängt fühlt, ist in zwei Jahren womöglich genau die Kundin, die Sie gewinnen wollten.

    Aus unseren Projekten wissen wir: In Märkten mit wenigen hundert relevanten Zielunternehmen kennen sich die Entscheider untereinander – über Branchenverbände, Messen und ehemalige Arbeitgeber. Ein Gesprächsverlauf, über den man sich ärgert, wird beim nächsten Treffen erzählt. Was Sie beim Vergütungsmodell sparen, zahlen Sie später im Marketing wieder drauf.

    Für Sie zählt deshalb nicht die Anzahl der Termine, sondern deren Passung zu Ihrem Ideal Customer Profile (ICP) – also zu den Unternehmen, bei denen potenzieller Bedarf besteht und die Sie als Kunde haben möchten. Ein Online-Termin ohne Bedarf bindet inklusive Vor- und Nachbereitung 30 bis 60 Minuten bei Ihren Vertriebsleuten – völlig umsonst.

    Wir bieten dieses Modell deshalb nicht an. Es belohnt nur Masse. Wir versprechen Qualität: Leads, die genau in Ihr ICP passen – Termine mit Entscheidern bei Ihren Zielkunden, die vordefinierte Kriterien erfüllen.

    Nach Zeit: So viel Aufwand, wie der Zielkunde wert ist

    Wir rechnen im ersten Outsourcing-Projekt eine Monatspauschale auf Basis von Stunden ab. Sie vereinbaren ein festes Stundenvolumen pro Monat und wissen damit vorab, was das Projekt kostet. Bei der Abrechnung gibt es keine Überraschungen.

    Der eigentliche Vorteil liegt in der Arbeitsweise, die dieses Modell erlaubt. Wir rufen einen Kontakt so oft an, wie sein Potenzial es rechtfertigt. Das erhöht die Erreichbarkeit spürbar, gerade auf Entscheiderebene. Vor dem Gespräch recherchieren wir das Unternehmen, schauen das LinkedIn-Profil des Entscheiders an. Im Buying Center sprechen wir mehrere Rollen an, um die Bekanntheit Ihrer Marke zu erhöhen und Vertrauen aufzubauen.

    Und wenn ein Kontakt trotz aller Vorarbeit nicht passt, sortieren unsere Sales-Mitarbeitenden ihn aus, ohne dass es sie Geld kostet. Sie bekommen also die Termine, die zu Ihrem Vertrieb passen – nicht die, die sich am schnellsten setzen lassen.

    Eine Erfolgsgarantie geben wir nicht, weil jedes Projekt anders läuft. Stattdessen erhalten Sie:

    • einen Forecast mit realistischer Prognose bereits im Angebot; daraus lassen sich z. B. Kosten pro Lead errechnen.
    • erste Termine in der Regel vier bis sechs Wochen nach Projektstart
    • effektive Lead-Kosten von circa 100 bis 500 Euro, abhängig von Zielgruppe und Hierarchieebene
    • Optimierung in Zwei-Wochen-Sprints nach der vierwöchigen Startphase, etwa beim Zielsegment, beim Messaging oder in der Teambesetzung
    • eine Ausstiegsoption ab zwei Dritteln der Pilotlaufzeit, falls kein positiver Trend erkennbar ist

    Zur Leistung gehört außerdem die vollständige Übergabe unserer Arbeitsergebnisse. Sie erhalten alle identifizierten Entscheider mit Kontaktdaten, die Wiedervorlagen mit Bedarf in sechs oder zwölf Monaten, die Qualifizierungskriterien je Account und die Marktinformationen aus den Gesprächen – etwa eingesetzte Wettbewerbsprodukte, laufende Projekte oder Investitionszyklen. Damit können Sie weitere Marketing- und Vertriebsmaßnahmen planen.

    Erfahren Sie mehr über unser Angebot für die telefonische Kundenakquise.

    Nach Zeit mit Bonus: Erfolgsbeteiligung, sobald die Zahlen belastbar sind

    Ab dem Folgeprojekt können Sie einen Teil der Vergütung an Ergebnisse koppeln. Dann kennen beide Seiten den Markt, die Zielgruppe und die erreichbaren Quoten – erst mit diesen Zahlen lässt sich eine Bonushöhe festlegen, die für beide Seiten fair ist.

    Die Mechanik ist einfach: Ihre Grundvergütung pro Stunde sinkt, und Sie zahlen zusätzlich einen Bonus pro stattgefundenem qualifiziertem Termin.

    Auch in diesem Modell können Sie Ihr Budget deckeln, wenn Budgetsicherheit für Sie wichtiger als „so viele Termine wie möglich“ ist. Auf Wunsch vereinbaren Sie eine monatliche Obergrenze: Ist das Budget durch die erreichten Ergebnisse ausgeschöpft, pausieren wir die Anrufe für den laufenden Monat.

    Drei Fragen für das nächste Anbietergespräch

    1. Wie viele Anwählversuche pro Kontakt sind im Preis enthalten? So erkennen Sie ein getaktetes Mengenmodell.
    2. Werden Ihre Mitarbeitenden fix oder erfolgsabhängig vergütet? Die Antwort zeigt, welcher Druck bei Ihren Zielkunden ankommt.
    3. Woran erkennen Sie einen qualifizierten Termin, und wer entscheidet das? Ohne klare Antwort bleibt jede Erfolgskomponente wirkungslos.

    Fazit

    Vier Vergütungsmodelle stehen zur Wahl. Zwei davon geben einem Dienstleister im Investitionsgütergeschäft den Spielraum, den qualifizierte Termine brauchen: die Abrechnung nach Zeit und ihre Kombination mit einer Erfolgskomponente. Mengen- und Erfolgsmodelle dagegen fördern Masse statt Klasse – auf Kosten der Terminqualität und Ihres Rufs im Markt.

    Für Ihre Entscheidung ist eine Zahl wichtiger als der Stundensatz: was ein qualifizierter Termin Sie am Ende kostet. Wo Sie in der Spanne von 100 bis 500 Euro landen, hängt von Ihrer Zielgruppe und der Hierarchieebene ab. Mit unserem ROI-Rechner für die telefonische Kaltakquise rechnen Sie das in wenigen Minuten für Ihr Szenario durch.

    Teilen

    Auf LinkedIn teilen
    Kategorie:
    « alle Blogartikel
    FAQ

    Häufige Fragen

    Welche Vergütungsmodelle gibt es im B2B-Vertriebsoutsourcing?

    Im B2B-Vertriebsoutsourcing sind vier Vergütungsmodelle üblich: pro Adresse oder Kontakt, pro Lead oder Termin, nach Zeit und nach Zeit mit Erfolgsbonus. Pro Adresse zahlen Sie für jeden bearbeiteten Datensatz, meist mit drei bis vier Anwählversuchen. Pro Lead oder Termin, auch Cost per Lead (CPL) genannt, zahlen Sie nur für gelieferte Leads oder vereinbarte Termine. Nach Zeit zahlen Sie die vereinbarten Leistungsstunden. Im Modell mit Erfolgsbonus zahlen Sie einen geringeren Stundensatz und zusätzlich einen Bonus pro stattgefundenem qualifiziertem Termin.

    Welches Vergütungsmodell eignet sich für den Vertrieb erklärungsbedürftiger Investitionsgüter?

    Für erklärungsbedürftige Investitionsgüter eignet sich die Abrechnung nach Zeit; liegen nach einem ersten Projekt belastbare Quoten vor, können Sie sie um einen Erfolgsbonus ergänzen. Bei diesem Modell kann der Dienstleister einen Entscheider so oft anwählen, wie es dessen Potenzial rechtfertigt, Gespräche vorbereiten und mehrere Rollen im Buying Center ansprechen. Ein Dienstleister, der pro Adresse oder pro Termin abrechnet, begrenzt diesen Aufwand, weil er sich für ihn sonst nicht rechnet. Auf höheren Hierarchieebenen braucht es oft acht, zehn oder mehr Anwählversuche, bis ein Gespräch zustande kommt.

    Lohnt sich Vertriebsoutsourcing mit Bezahlung pro Termin?

    Bei erklärungsbedürftigen Investitionsgütern lohnt sich die reine Bezahlung pro Termin meist nicht, weil das Modell die Menge der Termine belohnt. Der Dienstleister braucht viele Termine und setzt sie auch dort, wo kein Bedarf besteht; jeder dieser Termine bindet mit Vor- und Nachbereitung 30 bis 60 Minuten Ihres Vertriebs. Den Druck spüren außerdem die Angerufenen, und das Telefonat läuft unter Ihrem Namen. In Märkten mit wenigen hundert Zielunternehmen kennen sich die Entscheider, und ein bedrängendes Gespräch spricht sich herum. Passen kann das Modell bei Angeboten, die sich in zwei Sätzen erklären lassen und bei denen eine Person entscheidet.

    Wann lohnt sich ein Erfolgsbonus beim Vertriebsoutsourcing?

    Ein Erfolgsbonus lohnt sich, sobald aus einem ersten Projekt mit dem Dienstleister, etwa einem dreimonatigen Pilotprojekt, belastbare Quoten zu Erreichbarkeit und Terminen vorliegen. Erst mit diesen Zahlen können Sie und der Dienstleister eine Bonushöhe festlegen, die für beide Seiten fair ist. Wählen Sie bei Phocus Direct das Modell mit Erfolgsbonus, sinkt die Grundvergütung pro Stunde um 20 bis 30 %, und Sie zahlen für jeden stattgefundenen qualifizierten Termin einen Bonus. Weil die Grundvergütung den Aufwand für Recherche und Anwählversuche deckt, haben die Telefon-Mitarbeitenden keinen Anlass, auch Termine ohne Bedarf zu vereinbaren.
    Blog

    Know-how für Entscheider aus B2B-Vertrieb & -Marketing

    Die neuesten Artikel aus unserem Blog.

    Bestandskunden, Vertrieb

    Hunter-Farmer-Modell im B2B-Vertrieb: Rollen aufteilen, Hunter finden

    Ist Ihr Außendienst mit Bestandskunden ausgelastet, spricht er kaum neue Kunden an. Im Hunter-Farmer-Modell verteilen Unternehmen beide Aufgaben auf zwei Rollen. Mit unserem Schnelltest prüfen Sie, ob Ihr Vertrieb die Rollenteilung braucht, und Sie erfahren, wie Sie die Hunter-Rolle besetzen.

    Jetzt lesen

    Vertrieb, Kaltakquise

    Kaltakquise öffentlicher Sektor (B2G): 6–14 % Terminquote bei weniger Aufwand

    Während B2B-Unternehmen um dieselben Privatkunden kämpfen, übersehen viele einen lukrativen Markt: den öffentlichen Sektor. Das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket und über 550.000 fehlende Fachkräfte machen Behörden so offen für externe Lösungen wie nie. Zeit umzudenken.

    Jetzt lesen

    Vertrieb, Kaltakquise

    Erfolgsquoten in der B2B-Kaltakquise: Realistische Zahlen aus 30 Jahren Praxis

    Viele B2B-Unternehmen kalkulieren ihre Kaltakquise mit falschen Erwartungen – und brechen zu früh ab. Die Realität: 4 bis 9 % Terminquote sind realistisch, doch Erreichbarkeit, Adressqualität und Angebotsprofil verschieben das Ergebnis massiv. Erfahrungswerte aus 30 Jahren und über 1.000 Projekten.

    Jetzt lesen

    Zum Blog

    Suche

    Finden Sie Ihr gesuchtes Thema

    • Es gibt keine Vorschläge, da das Suchfeld leer ist.