Umsatzeinbruch im Vertrieb: 7 Sofortmaßnahmen, die wirklich helfen
Das Wichtigste in Kürze
- Umsätze brechen oft ein, wenn Unternehmen Warnsignale zu spät erkennen.
- Wer schnell reagiert und Kosten senkt, kann die Krise überwinden.
- Langfristig hilft nur: das Geschäftsmodell anpassen und digital aufstellen.
Von Philipp Moder
• min LesezeitDie Pipeline wird dünner, qualifizierte Leads bleiben aus, und die Abschlussquote sinkt gegen null. Kennen Sie das? Statt in Aktionismus zu verfallen oder in Schockstarre zu verharren, braucht es jetzt konkrete Schritte. Diese sieben Sofortmaßnahmen können Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte noch heute umsetzen – mit praktischen Beispielen, die wirklich funktionieren.
Die Pipeline wird dünner, qualifizierte Leads bleiben aus, und die Abschlussquote sinkt gegen null. Kennen Sie das? Statt in Aktionismus zu verfallen oder in Schockstarre zu verharren, braucht es jetzt konkrete Schritte. Diese sieben Sofortmaßnahmen können Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte noch heute umsetzen – mit praktischen Beispielen, die wirklich funktionieren.
1. Prozess-Check: Machen Sie noch, was Sie erfolgreich gemacht hat?
Erfolg macht nachlässig. Diese unbequeme Wahrheit trifft besonders im Vertrieb zu. Wenn es gut läuft, schleifen sich kleine Nachlässigkeiten ein – bis plötzlich nichts mehr funktioniert.
Typische Beispiele? Follow-up-Mails werden „später" geschrieben, die Nachbereitung von Gesprächen fällt unter den Tisch, und aus der 24-Stunden-Reaktionszeit werden drei Tage. Vielleicht haben Sie aufgehört, nach jedem Gespräch Ihre bewährte Zusammenfassungs-Mail zu senden, weil Sie zu viel zu tun hatten? Die Konsequenz: weniger Folgetermine und verpasste Chancen.
Sofortmaßnahme: Die 3-Punkte-Schnellanalyse
- Schritt 1: Listen Sie Ihre 5 wichtigsten Vertriebsaktivitäten der letzten erfolgreichen Monate auf
- Schritt 2: Bewerten Sie ehrlich: Mache ich das noch genauso konsequent? (Ja/Nein)
- Schritt 3: Bei jedem "Nein": Sofort wieder damit anfangen – heute noch!
Diese Analyse dauert zehn Minuten und deckt oft überraschende Lücken auf.
2. Quantität vor Perfektion: Erhöhen Sie die Schlagzahl
Weniger Kunden, weniger Meetings, weniger Gespräche – die typische Abwärtsspirale in der Vertriebsflaute. Die fatale Reaktion vieler Vertriebsmitarbeiter? Sie dehnen die wenigen verbleibenden Termine aus, bereiten sich stundenlang vor und investieren endlos Zeit in einzelne Akquiseversuche. Ein verständlicher, aber falscher Reflex.
In der Krise gilt das alte Vertriebsmotto: „Wer oben mehr reinkippt, wird unten mehr rausbekommen." Statt jeden Anruf zu perfektionieren, erhöhen Sie die Schlagzahl. Mehr Calls, mehr Besuche, mehr Kontakte. Dabei geht es nicht darum, die Qualifizierung komplett über Bord zu werfen – sondern den Perfektionismus abzulegen. Eine schnelle Basis-Qualifizierung reicht erstmal: Hat das Unternehmen grundsätzlich Bedarf? Passt es ins Zielkundenprofil? Die Feinanalyse folgt, wenn der Kontakt Interesse zeigt.
Beispiele für konkrete Aktivitätsziele:
- Sales Development: 80 Anrufe pro Tag statt perfekt recherchierter 20
- Account Manager: 8 kurze Check-in-Calls (Kurzanrufe zur Kontaktpflege) pro Tag statt 3 ausgedehnter Meetings pro Woche
- Vertriebsleitung: 15-Minuten-Blitzcoachings statt stundenlanger Strategiesitzungen
Denken Sie daran: Aus 100 Kontakten entstehen immer ein paar Treffer – und die reichen oft, um die Stimmung zu drehen. Qualifizieren und optimieren können Sie wieder, wenn die Pipeline sich füllt.
3. Experimentieren Sie: Kleine Änderungen, große Wirkung
Wann haben Sie zuletzt Ihren Gesprächseinstieg geändert? Oder zu einer völlig anderen Uhrzeit oder einem anderen Wochentag angerufen? In der Vertriebsflaute ist der perfekte Zeitpunkt für kontrollierte Experimente.
Sie kämpfen seit Monaten mit schlechter Erreichbarkeit Ihrer Zielgruppe? Rufen Sie doch mal um 8 Uhr morgens statt wie gewohnt ab 9 Uhr an. Vielleicht sind dann plötzlich Geschäftsführer und technische Leiter erreichbar – ohne Assistenz dazwischen.
Neben verschiedenen Anrufzeiten lohnt sich auch das Experimentieren mit unterschiedlichen Kommunikationskanälen. Während manche Entscheider telefonisch schwer erreichbar sind, reagieren sie oft überraschend schnell auf LinkedIn-Nachrichten oder personalisierte Video-Botschaften. Die Kombination aus Telefon, E-Mail und Social Selling eröffnet neue Zugangswege.
Sofort-Experimente für diese Woche:
- Montag: Neuer Gesprächseinstieg (Frage statt Vorstellung)
- Dienstag: Andere Anrufzeit (frühmorgens oder spätnachmittags)
- Mittwoch: Neues Medium (LinkedIn-Sprachnachricht statt E-Mail)
- Donnerstag: Andere Zielgruppe (Fachabteilung statt Geschäftsführung)
- Freitag: Veränderte Tonalität (lockerer oder formeller)
Dokumentieren Sie die Ergebnisse. Schon ein einziger erfolgreicher Test kann die Trendwende einleiten.
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Sie haben Ihre Aktivität hochgefahren und die Pipeline füllt sich wieder? Perfekt. Jetzt kommt der zweite, entscheidende Schritt: rigoros aussortieren. Denn in der Masse verstecken sich immer Zeitfresser – Interessenten, die nett plaudern, aber nie kaufen werden.
In schlechten Zeiten neigen Vertriebsteams dazu, an jedem noch so vagen Interessenten festzuhalten. Hauptsache, die Pipeline sieht voll aus. Doch das ist ein Trugschluss: Masse statt Klasse führt zu Zeitverschwendung und noch mehr Frust.
Fokussieren Sie sich jetzt auf die wirklich kaufbereiten Kunden. Statt 200 potenzielle Kunden in der Pipeline zu jonglieren, konzentrieren Sie sich zum Beispiel auf die 40 vielversprechendsten. So können Sie Ihre Abschlussrate deutlich steigern, was sich positiv auf Motivation und Selbstbewusstsein auswirkt.
Tipp: Wenden Sie konsequent die BANT-Methode an. Zur Erinnerung: es geht darum, diese vier Kriterien zu überprüfen:
- Budget: Hat der Kunde Geld für Ihre Lösung eingeplant?
- Authority: Sprechen Sie mit dem Entscheider oder Beeinflusser?
- Need: Gibt es einen konkreten Bedarf oder nur vages Interesse?
- Timeline: Wann will der Kunde eine Lösung implementieren?
Oft fällt es schwer, zu einem Interessenten zu sagen „lassen Sie uns in einem halben Jahr wieder sprechen.” Aber genau diese Ehrlichkeit spart beiden Seiten Zeit – und macht langfristig erfolgreicher.
5. Team-Power: Schwarmwissen aktivieren
Einzelkämpfer verlieren. Teams gewinnen. Besonders in der Krise zeigt sich die Kraft des kollektiven Wissens.
Sofortmaßnahmen für Führungskräfte:
- Tägliche 10-Minuten-Stand-ups: "Was hat gestern funktioniert?"
- Erfolgsgeschichten-Board: Sichtbare Best Practices im Büro
- Buddy-System: Leistungsstarke und schwächelnde Mitarbeiter koppeln
- Reverse-Mentoring (umgekehrtes Mentoring: Jüngere Mitarbeitende mit Fachwissen in einem bestimmten Bereich übernehmen das Mentoring für ältere, höhergestellte Mitarbeitende): Neue Mitarbeiter bringen frische Perspektiven
Sofortmaßnahmen für Vertriebsmitarbeiter:
- Initiative ergreifen: Kollegen um Feedback bitten
- Hospitation/Job-Shadowing: Einen Tag bei Top-Performern mitlaufen bzw. bei Gesprächen zuhören
- Erfahrungen teilen: Eigene Erfolge im Team transparent machen, Meilensteine teilen, die einzelnen Schritte zum erfolgreichen Abschluss erklären
Der Nebeneffekt? Die Stimmung im Team verbessert sich spürbar. Geteiltes Leid ist halbes Leid – geteilter Erfolg ist doppelter Erfolg.
6. Reset der Erwartungen: Kleine Siege feiern
In der Krise zählen Mikro-Erfolge mehr als Mega-Deals. Feiern Sie deshalb auch kleine Erfolge. Führen Sie zum Beispiel eine „3-Erfolge-Liste" ein. Notieren Sie täglich drei kleine Siege: ein gutes Gespräch, eine schnelle Rückmeldung, ein gewonnener Folgetermin. Was banal klingt, kann die eigene Einstellung oder die des gesamten Teams komplett drehen.
Beispiele für Mikro-Ziele diese Woche:
Die folgenden Beispiele zeigen, wie solche Mikro-Ziele aussehen können – natürlich immer angepasst auf Ihre Rolle und Ihre Vertriebsstruktur:
- Montag: 5 neue LinkedIn-Kontakte in der Zielgruppe
- Dienstag: 2 positive Rückmeldungen auf Kaltakquise
- Mittwoch: 1 Entscheider direkt erreicht
- Donnerstag: 3 qualifizierte Bedarfe identifiziert
- Freitag: 1 verbindlicher Folgetermin vereinbart
7. Die 24-Stunden-Regel: Gestern vergessen, heute neu starten
Negative Gedanken sind sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Wer morgens noch an gestern denkt, hat heute schon verloren.
Probieren Sie doch mal die „Fresh-Start-Montage" aus. Die Regel: Montags wird nicht über die Vorwoche gesprochen. Keine Analyse von verlorenen Deals, keine Diskussion über verpasste Zahlen. Stattdessen: Neue Woche, neue Chancen. Sie oder Ihr Team starten mit einer positiven Aktivität – zum Beispiel dem Anruf bei einem zufriedenen Bestandskunden.
Die 5-Minuten-Morgenroutine für Vertriebsprofis:
- Gestern mental abschließen (30 Sekunden)
- Einen Erfolg von letzter Woche visualisieren (60 Sekunden)
- Die wichtigste Aktivität für heute definieren (90 Sekunden)
- Sich selbst einen motivierenden Satz sagen (30 Sekunden)
- Mit Energie in den Tag starten (90 Sekunden Power-Pose)
Klingt esoterisch? Mag sein. Aber wenn Sie mit einer positiven Morgenroutine starten, gehen Sie mit einer anderen Energie in Gespräche – und das spüren auch die Kunden.
Fazit
Vertriebskrisen erfordern die richtige Balance: bewährte Prozesse konsequent umsetzen und gleichzeitig mutig Neues ausprobieren. Diese 7 Maßnahmen wirken sofort. Welche setzen Sie heute noch um? Ihre Pipeline wird es Ihnen danken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie schnell wirken diese Maßnahmen bei einem Umsatzeinbruch im Vertrieb?Die Wirkung hängt von der Maßnahme ab: Aktivitätserhöhung (Maßnahme 2) und Experimente (Maßnahme 3) können bereits in der ersten Woche mehr Gesprächstermine generieren. Für messbare Umsatzeffekte sollten Sie je nach Sales-Cycle-Länge Ihrer Branche 4–12 Wochen einplanen.
Welche Maßnahme hat den größten Impact bei akuter Vertriebskrise?
Maßnahme 2 (Quantität vor Perfektion): Eine deutliche Erhöhung der Aktivität – z.B. von 20 auf 80 Anrufe pro Tag im Sales Development – erhöht die Anzahl der Gespräche und Termine. Der Zeitraum bis zu messbaren Ergebnissen hängt von Ihrer Erreichbarkeitsquote und Sales-Cycle-Länge ab.
Was ist die BANT-Methode und wie wende ich sie an?
BANT ist ein Qualifizierungs-Framework von IBM: Budget, Authority, Need, Timeline. Stellen Sie zu jedem Kriterium eine direkte Frage im Erstgespräch. Fehlt eines, verschieben Sie den Lead auf „Später kontaktieren".
Wie viele Anrufe pro Tag sind im B2B-Vertrieb realistisch?
Sales Development: 60–80 Anrufe/Tag (bei 6 Min./Anruf inkl. Nachbereitung). Account Manager: 8–12 kurze Check-ins/Tag. Die Zahlen variieren je nach Zielgruppe, Produktkomplexität und Vertriebsstruktur.
Sollte ich bei Umsatzeinbruch eher auf Neukunden oder Bestandskunden setzen?
Beides parallel: Bestandskunden (Cross-/Upselling) liefern schnellere Erfolge (kürzere Sales Cycles). Neukunden sichern langfristiges Wachstum.
Wie motiviere ich mein Vertriebsteam in der Krise?
Zum Beispiel mit diesen Ansätzen aus dem Artikel: (1) Team-Power aktivieren – tägliche Stand-ups, Buddy-System, Erfolgsgeschichten sichtbar machen. (2) Mikro-Erfolge feiern – tägliche „3-Erfolge-Liste" und kleine Wochenziele statt nur große Abschlüsse. (3) Mindset-Reset – „Fresh-Start-Montage" ohne Vorwochen-Analyse und 5-Minuten-Morgenroutine.
Wann sollte ich externe Unterstützung (z.B. Telemarketing-Agentur) hinzuziehen?
Wenn interne Ressourcen für Aktivitätserhöhung fehlen oder das Team demoralisiert ist. Externe Partner wie Phocus Direct entlasten das Team und bringen frische Energie – oft innerhalb von 2–4 Wochen messbar.
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