Die Generation Z (Gen Z) – geboren zwischen 1995 und 2010 – rückt in Einkaufs- und Entscheiderrollen. In Deutschland sind das rund 12,3 Millionen Menschen, etwa 14,6 % der Bevölkerung. 2025 soll die Gen Z rund 30 % des Bruttoeinkommens erwirtschaftet haben Felix Beilharz, Alles über die Generation Z. Gleichzeitig zeigt eine Gartner-Studie: 44 % der jüngeren B2B-Einkäufer möchten am liebsten gar nicht mit dem Vertrieb sprechen Gartner, Future of Sales Report.
Das heißt nicht, dass persönlicher Kontakt überflüssig wird. Die Gen Z erwartet keinen Amazon-ähnlichen One-Click-Kauf für komplexe B2B-Produkte. Sie wünscht sich aber einen moderneren, digitaleren Weg dorthin. Wer seinen B2B-Vertrieb heute an die Gen Z anpasst, macht ihn gleichzeitig effizienter für alle Zielgruppen.
Wichtig: Die Gen Z ist keine homogene Masse. Ein 25-jähriger Ingenieur, der komplexe Anlagen einkauft, verhält sich anders als eine gleichaltrige Marketing-Managerin, die Software-Tools evaluiert. Was sie eint: Sie sind die ersten echten Digital Natives, erwarten moderne digitale Touchpoints und durchschauen oberflächliche Verkaufsrhetorik sofort.
Bevor ein Gen-Z-Einkäufer den Vertrieb kontaktiert, hat er sich längst selbst ein Bild gemacht. 65 % der B2B-Käufer möchten den Kaufprozess selbstständig navigieren, mithilfe von digitalen Kanälen, Chatbots und Content Shopware, B2B E-Commerce 2024. Das heißt nicht, dass sie eine Produktionsanlage per Mausklick bestellen wollen. Sie wünschen sich vielmehr, dass sie sich vorab selbstständig informieren können, ohne gleich ihre Kontaktdaten preisgeben zu müssen.
Mehr als 50 % der großen B2B-Transaktionen (ab 1 Million US-Dollar) werden bereits über digitale Selbstbedienungskanäle abgewickelt Forrester, B2B-Marketing- und Vertriebsprognosen 2025. Aber: Das bedeutet nicht, dass der persönliche Kontakt verschwindet – er verlagert sich nur in spätere Phasen des Kaufprozesses.
Was sucht die Gen Z in der Recherchephase? Technische Spezifikationen und detaillierte Produktbeschreibungen – ja, aber nicht nur. Sie wollen verstehen: Löst dieses Produkt wirklich mein Problem? Wie arbeitet es in der Praxis? Was sagen andere Nutzer? Und vor allem: Kann ich diesem Anbieter vertrauen? Die Gen Z-Entscheider recherchieren wie Privatpersonen: Sie wollen Bewertungen sehen, Erfahrungsberichte lesen und sich ein umfassendes Bild machen, bevor sie auch nur ihre E-Mail-Adresse preisgeben.
Die realistische Umsetzung:
Praxisbeispiel: Ein mittelständischer Maschinenbauer erstellt kurze Erklärvideos zu seinen Standardprodukten. In zwei Minuten erklärt ein Techniker die wichtigsten Features. Darunter: Ein PDF mit technischen Details und einer groben Preisspanne. Das Ergebnis? Qualifiziertere Anfragen, weil Interessenten bereits vorinformiert sind.
Die Gen Z ist mit hochwertigem Content aufgewachsen. Ein 50-seitiges Whitepaper im Times-New-Roman-Look? Das landet ungelesen im digitalen Papierkorb. Die Generation Z verbringt durchschnittlich vier Stunden pro Tag auf sozialen Medien – mehr als jede andere Altersgruppe cropink, 40+ Daily Social Media Usage Stats & Trends 2025. Sie ist es gewohnt, Informationen visuell ansprechend und in kleinen Häppchen zu konsumieren.
Als Vertriebsleiter denken Sie jetzt vielleicht: Das ist doch Marketing-Aufgabe. Stimmt teilweise – aber der Vertrieb profitiert direkt davon und kann vieles selbst anstoßen. Denn auch Ihre Sales-Decks, Angebotsunterlagen und Follow-up-Materialien landen bei Gen-Z-Entscheidern auf dem Bildschirm.
So modernisieren Sie Ihren Content schrittweise:
Praxisbeispiel: Ein Softwareanbieter verwandelt seine technische Dokumentation in eine Serie von LinkedIn-Karussell-Posts. Jeder Post erklärt eine Funktion in fünf Slides – visuell ansprechend und in drei Minuten konsumierbar.
Natürlich kauft niemand eine Industrieanlage nach einem YouTube-Video. Aber die Art, wie der persönliche Kontakt zustande kommt und abläuft, ändert sich fundamental. 85 % der Gen Z lassen sich in ihren Kaufentscheidungen von Social Media beeinflussen e-commerce-magazin, Kaufverhalten: So tickt die Gen Z beim Einkaufen. Das bedeutet: Der erste Kontakt findet oft digital statt.
Moderne Vertriebsansätze für die Gen Z:
Unsere Erfahrung bei Phocus Direct zeigt: Die Kombination aus LinkedIn-Kontaktanbahnung und anschließender telefonischer Ansprache erzielt bei jüngeren B2B-Entscheidern deutlich bessere Ergebnisse als klassische Kaltakquise allein.
Tipp: In unserem Blogartikel B2B-Kaltakquise: So erreichen Sie Entscheider trotz No-Name-Policy gibt es noch mehr Tipps rund um Kontaktaufnahme, digitale Tools und Kommunikation.
Sie wissen, was zu tun wäre – aber Ihr Team ist im Tagesgeschäft gebunden? Wir übernehmen das für Sie: von der Identifizierung relevanter Entscheider über digitale Kanäle und moderne Kampagnen bis zur persönlichen telefonischen Kontaktaufnahme.
Die Gen Z erwartet schnelle Reaktionen – aber sie versteht auch, dass B2B-Entscheidungen Zeit brauchen. 87 % der Gen Z wünschen sich eine personalisierte Verkaufserfahrung mit unmittelbaren Antworten sleekflow, 2024 Gen Z trends. 85 % bevorzugen Live-Chat gegenüber Telefonanrufen für den Kundenservice sleekflow. Der Trick: Schnell sein bei dem, was schnell geht.
Realistische Quick-Wins:
Praxisbeispiel: Ein Industriedienstleister führt ein einfaches System ein: Jede Anfrage erhält binnen einer Stunde eine automatische Bestätigung mit dem Namen des zuständigen Ansprechpartners. Binnen 24 Stunden folgt ein erster persönlicher Kontakt – sei es per E-Mail, Anruf oder Video-Message.
„Unsere Kunden sind älter – die Gen Z betrifft uns noch nicht.“
Die Gen Z macht bereits 14,6 % der deutschen Bevölkerung aus und erwirtschaftet rund 30 % des Bruttoeinkommens. Auch wenn Ihre heutigen Entscheider älter sind: Die Gen Z sitzt bereits in Einkaufsteams, recherchiert Lösungen vor und beeinflusst Kaufentscheidungen. Wer jetzt nicht umstellt, verliert in zwei bis drei Jahren den Anschluss.
„Das funktioniert bei komplexen Produkten nicht.“
Niemand erwartet, dass Sie eine Industrieanlage per Webshop verkaufen. Die Gen Z wünscht sich digitale Unterstützung in der Recherchephase – Erklärvideos, Preisspannen, ehrliche FAQs. Der persönliche Kontakt bleibt für die Abschlussphase entscheidend. Es geht um den Weg dorthin, nicht um den Ersatz. Das sehen wir auch in unseren Kundenprojekten bei Phocus Direct: Schon einfache digitale Touchpoints in der Recherchephase verbessern die Qualität der späteren Vertriebsgespräche.
„Wir haben kein Budget für eine komplette Digitalisierung.“
Die meisten Maßnahmen in diesem Artikel kosten wenig: ein Smartphone-Video, ein überarbeiteter FAQ-Bereich, ein Calendly-Link. Es geht nicht um eine Komplett-Transformation, sondern um gezielte kleine Schritte, die sofort wirken.
Die Gen Z hat ein feines Gespür für Authentizität. 97 % nutzen soziale Medien als wichtigste Inspirationsquelle beim Einkaufen The future of commerce, Konsumverhalten der Generation Z. Im Jahr 2025 ziehen mehr als 50 % der jüngeren Käufer bei ihren Kaufentscheidungen externe Quellen hinzuziehen – darunter soziale Medien und ihr Vertrauensnetzwerk Forrester, B2B-Marketing- und Vertriebsprognosen 2025. Sie möchte echte Menschen und echte Geschichten sehen – keine Stock-Fotos und Marketingphrasen.
Vertrauen aufbauen, ohne großes Budget:
Praxisbeispiel: Ein Mittelständler startet die Serie "Montagsmeeting" auf LinkedIn. Jeden Montag postet ein anderer Mitarbeiter, woran er gerade arbeitet – mal ist es eine technische Herausforderung, mal ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt. Die Posts sind nicht perfekt, aber authentisch und führen zu mehr Interaktion.
Die Generation Z verändert den B2B-Vertrieb – aber sie erwartet keine Wunder. Sie versteht, dass eine Millionen-Investition gut überlegt sein will. Was sie sich wünscht: einen moderneren, digitaleren Weg dorthin.
Jeder kleine Schritt in Richtung Digitalisierung und Modernisierung macht Sie attraktiver für die neue Entscheidergeneration. Und das Beste daran: Diese Maßnahmen kommen nicht nur bei der Gen Z gut an, sie machen Ihren Vertrieb insgesamt effizienter.
Nutzen Sie diese Checkliste als Entscheidungsvorlage für Ihr Team oder Ihre Geschäftsführung:
1. Produktseiten modernisieren
2. Content visuell und vertriebstauglich aufbereiten
3. LinkedIn aktiv für die Kontaktanbahnung nutzen
4. Reaktionszeiten verkürzen
5. Authentizität zeigen